Stockholm und Südschweden: Tipps, die Freude machen

Acht Tipps für deine Reise durch Südschweden

Wenn ich mein Reisetagebuch öffne, wundere ich mich immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist jetzt schon über ganze drei Jahre her, dass Dani und ich für eine Woche durch Schweden gereist sind. Bis heute ist es einer meiner „Traumurlaube“ und ich würde am liebsten sofort wieder dort hin. Entgegen der allgemeinen Denkweise – In Schweden ist es dunkel und kalt, und zwar immer – war es ein fantastischer Sommerurlaub mit viel Sonne, Hitze, Baden im See und hellen Nächten. Denn eines ist klar: Im Sommer wird es nicht finster! Auch noch um zwölf Uhr nachts ist es fast taghell, sodass man beim Aufwachen in der Nacht komplett verwirrt ist.

Für euch hab‘ ich mein Reisetagebuch noch einmal durchforstet und meine Lieblingsplätze in Stockholm und Südschweden zusammengetippt. Für eure Reise durch das Land gibt’s nicht nur Tipps für Sehenswürdigkeiten, sondern auch Aktivitäten, die ihr unbedingt einmal in Schweden gemacht haben müsst!

1) Einmal von Norden nach Süden durch Stockholm gehen

Gleich nach unserer Ankunft im Hotel haben wir einen Spaziergang quer durch Stockholm gemacht. Eines ist klar: Anders als in Paris oder London kann man viele wichtige und schöne Plätze einfach zu Fuß abgehen, ohne den ganzen Tag unterwegs zu sein. Von der Rådmansgatan ging es über die Einkaufsstraße Drottninghalm nach Gamla Stan, die Altstadt Stockholms, die auf der eigenen Insel Stadsholmen liegt. Hier befinden sich die berühmten bunten Häuser oder das schwedische Schloss. Weiter ging es nach Mosebacke, einem südlicheren Stadtteil, der wiederum auf einer anderen Insel liegt. Der Stadtteil liegt etwas höher und somit kann man von manchen Plätzen über den ganzen Norden blicken. Die Tour ist perfekt für den ersten Tag, da man sehr viel von der Stadt sieht – verschiedene Inseln, Brücken, wunderschöne Gebäude, das riesige Schloss und natürlich das Meer!

2) Mit dem Auto durch Südschweden

Dass wir mit dem Auto durch Schweden reisen würden, stand bei der Reiseplanung schon relativ rasch fest. Das lag nicht nur daran, dass ich so viel wie möglich vom Land sehen wollte, sondern, dass es viele besondere Sehenswürdigkeiten für mich auch außerhalb der Hauptstadt gibt. Dass es im Norden des Landes irrsinnig viel interessantes zu sehen gibt –  man denke allein an die Nordlichter! – hat mir die Entscheidung nicht wirklich leicht gemacht. Aber als großer Lindgren-Fan, der immer schon mal nach Småland wollte… Dann noch die roten Bauernhäuser, die Insel Öland, das Schloss Kalmar und die vielen kleinen Städtchen…
Aber: Egal! Egal, wo ihr genau hin wollt – ob es der Süden ist, der Norden oder einfach mal quer durch Schweden – schnappt euch ein Auto und los geht’s!

3) Schlafen im Lilla Radmannen

Generell bin ich beim Hotelzimmer-Buchen etwas schwierig, da ich es liebe, stundenlang auf Seiten wie Booking oder Trivago herumzustöbern. Ziemlich bald hatten wir damals UNSER Hotel für Stockholm gefunden. Und dieses kann ich jedem ans Herz legen, der seinen Städteaufenthalt plant und Schweden-Feeling auch im Hotel haben will. Das Lilla Rådmannen liegt bei der Einkaufsstraße Drottninghalm, von der nächsten Bushaltestelle geht man nicht weit. Das Hotel ist liebevoll eingerichtet, hat ein unglaublich gutes Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft, dem schwedischen Haferbrei, urgutem Brot und allem, was man eben so braucht. Die Zimmer sind unterschiedlich ausgestattet – mit ganz eigenem Design. Bunte Tapeten, mit Leinen und Jute bezogene Zierpolster, stilvolles Interieur. Einfach wow!

4) Vasamusett – Das außergewöhnlichste Museum überhaupt

Welches Glück, dass wir es noch ins Vasamuseum geschafft haben! Auf der Insel Djurgården, wo es sich befindet, gibt’s zahlreiche Sehenswürdigkeiten – vor denen überall Menschenschlangen warten. So auch beim Vasamuseum. Nach einem Rundgang im Freilichtpark Skansen haben wir es doch noch hingewagt und es nicht bereut. Wow. Wow. Wow. Im Vasamuseum steht die Vasa, ein Kriegsschiff, das 1628 bereits bei der ersten Fahrt direkt gleich einmal gesunken ist.
Das Wrack wurde aufgetaucht und in einem eigenen Museum wieder aufgebaut. Auf sechs Ebenen kann man das Schiff von allen Seiten betrachten: Man kann ganz unten stehen, wo auch viele riesige Anker untergebracht sind – ein wahnsinniger Anblick. Und einige Stockwerke weiter oben steht man über den Masten und hat einen Überblick, wie riesig so ein Kriegsschiff ist. Daneben befinden sich andere Ausstellungsgegenstände, wie zum Beispiel nachkonstruierte Holzdekorationen vom Schiff oder Skelette, die man ebenso fand.
Dani und ich haben mehrere Stunden im Museum verbracht, weil wir so erstaunt waren, wie mächtig es ist. Dass man so frei herumgehen und das Schiff von allen Seiten ansehen kann – und auch noch so nah – war für uns atemberaubend. Klar ist: das Vasamuseum ist ein MUSS in Stockholm!

5) Unterwegs mit Pippilotta Viktualia und Michel

Als feststand, dass wir mit dem Auto durch Schweden reisen würden, war klar: Immer mit Astrid Lindgrens Figuren im Hinterkopf! Mit dabei hatte ich ganz spezielle Lindgren-Schweden-Reiseführer: Wo ist Bullerbü? Auf den Spuren von Astrid Lindgren durch Schweden, Reise Know-How Astrid Lindgrens Schweden – von Bullerbü zur Villa Kunterbunt und natürlich auch noch den klassischen Marco Polo Reiseführer.
Quer durch Småland sind wir gereist und haben unter anderem in Mariannelund und Lönneberga Halt gemacht. Beide kennt ihr ganz bestimmt. Der Drehort vom Michel befindet sich ebenso ganz nah: in Gibberys steht der wunderschöne Hof “Katthult” – rot und mit schwedischer Flagge. Klassisch. Kaum ein Besucher ist da und die drei, vier Leute spazieren durch den Hof, an dessen Scheunen und Plätzchen Hinweisschilder angebracht wurden, welche Szene hier gedreht wurde. Der Hof ist übrigens in Privatbesitz ;)
Ganz klar war natürlich auch, dass wir Astrid Lindgrens Heimatort Vimmerby besuchen würden. Ein kleines, liebes Städtchen, wo nicht viel passiert. Rund um ihr Elternhaus, in dem noch immer Teile ihrer Familie leben, gibt es viele kleine Orte mit Hinweisen und Infos über Astrid Lindgren. Ein Baum, der für Pippis Limoadenbaum Vorlage bot oder viele kleine Verstecke. In der Stadt gibt es außerdem eine Straße, die heute noch aussieht wie vor geschätzten achtzig Jahren.

6) Am Ende der Welt auf Öland

Dass Südschweden nicht wahnsinnig dicht besiedelt ist, haben wir schon am ersten Tag der Rundreise bemerkt. Es ist kaum was los auf den Straßen. Aber auf Öland war dann alles anders. Wir sind über die riesige Brücke von Kalmar auf die Insel gefahren und haben Süden und Norden abgekapert. Mit wenigen Ausnahmen ist hier einfach niemand! Wir haben Rast gemacht auf einer Wiese, die über ein paar Felsen direkt zum Meer führt. Es war wirklich wie das Ende der Welt. Und das so nah!
Eine Fahrt über die Insel ist perfekt an einem Tag, an dem ihr entspannen wollt und Ruhe braucht. Ich empfehle, vorher in einem der großen Supermärkte am Festland ein bisschen einzukaufen, denn kleine Picknicks kann man hier überall machen! Man darf sogar. In Schweden gilt ja jenes Recht, das besagt, dass du dich wo mit deiner Picknickdecke oder deinem Zelt niederlassen darfst, sofern du nichts kaputt machst… ;)

7) EINE NACHT IN DER JUGENDHERBERGE

Manche von euch haben es bsetimmt schon unzählige Male gemacht, für mich war es aber das erste Mal, nicht in einem Hotel zu schlafen. Wir haben auf unserer Rundreise zwar nur zwei Mal in einem Hostel übernachtet, ich war aber von beiden sehr begeistert.
Der erste Herbergenhalt brachte uns nach Skotsby auf Öland. Wir sind schon lange durch die schwedische Insel gefahren und haben einige nette Pensionen entdeckt, die aber wegen des Feiertages zu hatten oder schon voll belegt waren. Die Jugendherberge in Skotsby war dagegen regelrecht leer. In kleinen roten Bauernhäuschen in Mini-Bungalowgröße werden hier die Gäste untergebracht. Das Zimmer war sauber und obwohl noch zwei Betten frei waren, waren wir alleine. Ein Kanelbullen-Frühstück am Feld gegenüber hat den perfekten nächsten Tag eingeleitet.
Die nächste Nacht verbrachten wir dann im Vandrarhem in Vimmerby. Auch hier haben wir ein wunderschönes, rotes Bauernhaus gefunden. Ein riesiger Vorgarten mit Schotter, eine nette Terrasse, angenehme Zimmer und ein Ausblick auf einen schwedischen Bauernhof. Auch hier waren wir allein – es zahlt sich also aus!

8) Einem Elch in freier Wildbahn begegnen

Na gut, dieses Erlebnis lässt sich schwer einfach so realisieren. Noch bei der Hinreise haben wir gescherzt, ob wir wohl einem Elch auf unserer Fahrt begegnen würden. Wir waren uns sicher, dass es nicht passieren wird – mit Ausnahme des süßen Elchbabys in Skansen. Und dann führt uns die Reise so über die schwedische Autobahn (die übrigens vergleichbar mit heimischen Landstraßen ist – nur noch weniger Verkehr) – und plötzlich steht da einfach ein riesiger, wunderschöner Elch vor unserer Nase. Ha! Ja, wir waren selbst ziemlich baff und ich hab’ die Kamera gerade noch so schnappen können für einen Schnappschuss… ;)